Ausgangslage

Die Schulraumplanung startet neu - aber nicht bei null. Im März 2025 lehnten die Stimmberechtigten von Thierachern den Verpflichtungskredit für die weitere Projektierung der Schulanlage Kandermatte ab. Der Gemeinderat versteht das Ergebnis als Auftrag für eine Lösung, die den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler, der Lehrpersonen und der Bevölkerung entspricht und für die Gemeinde finanziell tragbar ist.

Der Handlungsbedarf bei der Anlage Kandermatte ergibt sich sowohl aus dem zusätzlichen Raumbedarf als auch aus dem Zustand der bestehenden Anlage. Mit der Schulraumplanung will der Gemeinderat die längerfristig nötigen Räume für zeitgemässen Unterricht bereitstellen und die Bausubstanz der Anlage erhalten.

In den Jahren 2020 bis 2024 besuchten durchschnittlich 253 Kindergarten- und Primarschulkinder die Kandermatte. Bis 2050 rechnen die Prognosen mit einem Anstieg um knapp 50 Kinder. Für die weitere Planung dient deshalb eine maximale Belegung von 300 Schülerinnen und Schülern als Grundlage.

Bereits heute decken Provisorien einen Teil des Raumbedarfs ab. Handlungsbedarf besteht insbesondere bei Räumen für Gruppen- und Halbklassenunterricht, individuelle Förderung und Schulsozialarbeit sowie bei Arbeitsräumen für Lehrpersonen. Solche Räume schaffen die Voraussetzungen für selbständiges Lernen, Gruppenarbeiten und gezielte Förderung, wie sie heute zum Schulalltag gehören.

Die aus den 1970er-Jahren stammende Anlage  muss nicht bloss die Bedürfnisse des Schulbetriebs erfüllen – das Kandermatte-Areal ist ein Ort für alle und wird auch von Vereinen und für öffentliche Anlässe genutzt. Diese Ansprüche greift die Planung ebenfalls auf. Nach 50 Jahren entsprechen zudem einzelne Bauteile und Bereiche nicht mehr den Anforderungen, etwa betreffend Wärmeerzeugung, Dämmung oder Photovoltaik.

Somit berücksichtigt die Planung sowohl den eigentlichen Schulraumbedarf als auch die Erwartungen an eine langfristig zweckmässige öffentliche Infrastruktur.